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Neubürger- und Winzerempfang
Aus dem einstigen reinen Winzerempfang als Anerkennung für Leistungen in der Weinerzeugung ist in der Ära Stadtbürgermeister Dieter Faust eine Begegnungsveranstaltung der Gau-Algesheimer mit ihren zugezogenen Bürgern geworden, was viel Beifall findet. Das Verkosten prämierter Weine lockert dabei das Zusammentreffen auf und hilft für den eigenen Weinbedarf, sich seinen Favoriten auszusuchen. Den rund 40 aktiven Gau-Algesheimer Vereinen wurde zudem die Gelegenheit geboten, ihre Vereinsarbeit darzustellen und zum Mitmachen im heimsichen Kultur- und Sportlerleben einzuladen.
Stadtbürgermeister Dieter Faust und seine Beigeordneten Miachel König und Joachim Cohausz begrüßten die Eintreffenden bereits am Eingang zum Festsaal des Schlosses Ardeck. Die Verbandsgemeinde wurde durch den Beigeordneten Berthold Döß vertreten und die Repräsentanten der Räte stellte Dieter Faust insbesondere den Neubürgern vor. Voran für die Vereine nannte er den Vereinsringvorsitzenden Jürgen Hattemer. Stadtbürgermeister Dieter Faust zeigte sich erfreut, dssa von 62 eingeladenen Neubürgern 58 gekommen waren, darunter ein Ehepaar, das gerade erst seine fünfte Nacht in der Stadt verbracht hatte.
Die Neu-Gau-Algesheimer waren von dieser Art des Sich-Kennen-Lernens begeistert. Dazwischen erfreuten sich die Anwesenden an den beschwingten Klängen am Flügel, die der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Peter Kreßmann, in seiner unnachahmlichen Weise anschlug.
Eingangs hatte Stadtchef Faust nach dem Motto „Mer strunze nit, mer hun“ mit Stolz auf den Medaillensegen der Gau-Algesheimer Winzer hingewiesen, den sie bei der letzten Weinprämierung 2009 erhielten. Dieses Zeugnis spreche für sich und bedürfe keiner weiteren Kommentierung, meinte Faust mit Fug und Recht. Bestärkt wurde er in dieser Auffassung durch den rheinhessichen Wein- und Kulturbotschafter Walter Klippel aus Schwabenheim, der zugleich auch Vorstandsmitglied der Rheinhessischen Weinbruderschaft zu St. Katharinen ist.
Dieter Faust nannte kurz einige Fakten: Fünfzehn Betriebe (17 Winzer) erhielten 254 Auszeichnungen durch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz verliehen, die sich in 82 Gold-, 94 Silber- und 68 Bronzemedaillen aufteilen. Der Staatsehrenpreis ging an das Weingut St. Quirinushof (Quirin Ewen) und ein weiterer Ehrenpreis erhielt das Weingut Quirin Fleischmann, beides besondere Wertschätzung der Qualitätserzeugung. Bei der DLG-Prämierung (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) erhielten fünf Betriebe aus der Stadt 11 Gold-, 18 Silber- und 9 Bronze-Auszeichnungen sowie die Edelobstbrennerei Hemmes beim einschlägigen Wettbewerb mehrere Auszeichnungen von Bronze bis Gold.
Bei der Verkostung von 15 exquisiten Köstlichkeiten stellten die Erzeuger ihre eigenen Produkte und ihren Betrieb vor. Die Palette der zu verkostenden Gewächse reichte vom Qualitätsweinen, trocken und halbtrocken im Ausbau, bis hin zur Spätlese.
Die Gaumen der Anwesenden erfreuten: 2008er Secco (Qualitätsperlwein b. A. – Peter Lich), 2007er Dornfelder Q. b. A. (Helmut Weber), 2008er Spätburgunder Q. b. A. (Quirin Fleischmann), 2007er Spätburgunder Q. B. A. – barriquegereift (Hubertus Dengler & Sohn), 2008er Portugieser Rosé (Hans und Michael Pfeiffer), 2008er Grauer Burgunder Spätlese trocken (St. Marienhof), 2008er Chardonnay Spätlese trocken (St. Nikolaushof), 2008er Riesling Spätlese (Gottfried Gerharz), 2008er Riesling Q. b. A. halbtrocken (Kronenhof), 2008er Rivaner Q. b. A. halbtrocken (Jägerhof), Sauvignon blanc Spätlese (Schlossmühle), Grüner Silvaner Q. b. A. (Gerharz-Hochthurn), Huxelrebe Spätlese (St. Quirinushof) und Rubinette Apfelbrand/feiner Apfellikör (Obsthof Hemmes).
Dazwischen gaben die Vereinsvertreter Wissenswertes aus den eigenen Reihen bekannt und Dieter Faust gab den Neubürgern Gelegenheit, sich kurz vorzustellen und Beweggründe zu nennen, warum Gau-Algesheim ihr ausgewählter und vor allem schön empfundener Wohnort geworden ist. Viele von ihnen wohnen in der „Sandkaut“. Dabei kam so manche Wertschätzung für das charmante Städtchen herüber.
Traubenkönigin Katrin I. richtete ihren Willkommensgruß an die Neubürger und ihren Dank an die Leistungsbereitschaft der Gau-Algesheimer Winzer. Walter Klippen hatte seinen Vortrag dreigeteilt und Schwerpunktmäßig thematisiert. Der rheinhessische Wein- und Kulturbotschafter aus Schwabenheim sprach zur Thematik Bibel und Wein, machte hier auch den Ursprung des Weinbaus und der Weinkultur fest und kam logischer Weise zu der biblischen Schlussfogerung, dass der Wein des Menschen Herz erfreue.
Aus freundschaftlicher Verbundenheit durften die Anwesenden auch einen Mosel Riesling Q. b. A. „Alte Rebe“ verkosten, gewachsen auf 80 Jahre alten Rebstöcken im Bereich der Terrassenmosel. Im lockeren Vortrag erzählte Herbert Pies (Bruder des ehemaligen städtischen Beigeordneten Manfred Pies) aus dem Moselörtchen Poltersdorf über die Problematik der Steillagen in seiner Heimat und zeigte sich angetan von der Qualitätsbreite des Anbaus in Gau-Algesheim. Zum Abschluss der Veranstaltung dankte der Bauernvereinsvorsitzende Quirin Ewen fürs Kommen, aber auch allen, die zum Gelingen beigetragen hatten, voran der Stadt, die diese Idee hatte und nun zu dem gemacht habe, was sie geworden ist: eine lockere Kennenlernparty für Neubürger mit den Eingesessenen.
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