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STADTMUSEUM GRAULTURM
 

Der Beginn

„Nach dem Willen der Mehrheit des Stadtrates soll der Graulturm künftig ein kleines städtisches Museum beherbergen. Diesen Gedanken unterstützt auch die Carl-Brilmayer-Gesellschaft, die sich bereit erklärt hat, hierfür verantwortlich zu zeichnen.“ So stand es zu lesen in den Stadtnachrichten Gau-Algesheim vom 8. Juni 1989. Seitdem zeigt die Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG) der Öffentlichkeit den Graulturm, in dem sie Lesefunde aus dem Gau-Algesheimer Raum deponiert hat; er ist das Magazin des städtischen Heimatmuseums.

Der Turm

Der Graulturm ist der einzig erhalten gebliebene Teil der um 1350 in der Amtszeit des damaligen Schultheißen Peter Gruele errichteten Ummauerung der Stadt nach der Verleihung der Stadtrechte durch die Kaiser Ludwig den Bayern (1332) und -bestätigt von- Karl IV. (1355). Bei Abriss der Befestigung ab 1812 blieb der Turm als Kantonsgefängnis erhalten. Später ging er in Privatbesitz über. 1910 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. 1966 hat die Stadt den Turm erworben und ab 1986 restauriert als Herberge für das städtische Museum.

Die Exponate

Der Graulturm ist Aufbewahrungsort der in der Gemarkung Gau-Algesheim entdeckten vorgeschichtlichen Fundstücke soweit diese nicht in Museen aufbewahrt werden; dann sind -zumindest von einigen dieser Funde- Kopien/Fotografien im Turm zu sehen. Die Funde werden anhand einer erdzeitgeschichtlichen Zuordnung sowie eines Fundkatasters näher erläutert. Im dritten Obergeschoss sind in drei Reihen Wappen der Personen dargestellt, die im Zeitverlauf einen Bezug zu Gau-Algesheim hatten: Bischöfe, Churfürsten, Lehnsherren, niederer Adel und Schultheißen.

Die Öffnungszeiten

Der Turm wird üblicherweise zu bestimmtem Zeiten für alle Interessenten zugänglich geöffnet; dies wird dann rechtzeitig in der lokalen Presse mitgeteilt. Nach vorheriger Anmeldung (> Kontakt)  kann er auch zu anderen Zeiten besucht werden  

Raum der Geschichte (Gau-Algesheims)

Raum der Geschichte Gau-Algesheims im 2.OG der Rathausscheune
Erläuterungen der Darstellungen anlässlich der Eröffnung des Stadtmuseums am 20.05.2007;
Hinweis : Anzahl, Inhalt und Form der einzelnen Darstellungen sind noch nicht endgültig, insbesondere für die Dokumentation der jüngeren Zeitgeschichte.

Im Glasrahmen Darstellung 1 : Erdgeschichte Sichtbar auf dem geo-ökologischen Lehrpfad in Gau-Algesheim.

Im Glasrahmen Darstellung 2 : Vorgeschichte Auszüge aus Katalog und Begleittext zur Ausstellung „Leben und Sterben in der Steinzeit“ aus dem Jahr 2003, anlässlich des 200jährigen Bestehens des Landesmuseums Mainz, hier : Dokumentation der Funde beim Bau der westlichen Umgehungsstraße Gau-Algesheims.

Im Glasrahmen Darstellung 3 : Keltenzeit Keltengrabstätte in der Gemarkung Trappenschießer aus der Zeit um 1150 vor Christus. Fotos von Prunklanze und Paradegefäß, gefunden 1936 von Wendelin Hassemer und ausgestellt in Speyer 2005 und dort fotografiert von Helmut Becker mit Zustimmung der Leitung des Historischen Museums der Pfalz in Speyer.

Im Glasrahmen Darstellung 4 : Römerzeit
Vermutete Standorte verschiedener „villae rusticae“, dh. römischer Landgüter.

In der Vitrine: Belege aus der frühesten Besiedlung; Erläuterungen an den Seitenwänden.

Darstellung 5 : Frühe Besiedlungsgeschichte Entwurf einer Übersicht zur ursprünglichen Ansiedlung im alten Ortskern, angefertigt von Alois Elbert im Jahr 1955 anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadt. Holzrahmen gesponsert von der Schreinerei Fleischmann, Gau-Algesheim.

In der Vitrine Darstellung 6 : Erste dokumentierte Erwähnung des Ortes
Kopie eines Auszuges aus dem Urkundenregister (Schenkungskataster) des Klosters Lorsch, wonach am 22. Dezember 766 Nanther und Hiltrud 30 Morgen Ackerland in Alagastesheim dem Kloster übereignen.

und Darstellung 7 : Stadterhebungs-Urkunde Verkleinerte Nachbildung der Urkunde mit der Kaiser Karl IV. am 11. Februar 1355 in Pisa an Algensheim die Stadtrechte bestätigt hat gemäß den Frankfurter Freiheiten.

Im Glasrahmen Darstellung 8 : Gau-Algesheim in früheren Zeiten
Beschreibung der Stadtrechte und ihrer Wirkungsdauer sowie
Fotografien des von Schülern der vormaligen Hauptschule Gau-Algesheim
gefertigten Altstadt-Modells aus dem Jahr 1955.

Im Glasrahmen Darstellung 9 : Gau-Algesheim 1577 und heute Vergleich des Abbildes nach Mascop mit einem Luftbild der AZ Ingelheim aus 2002.

Neben der großen Vitrine
links : Kaiser Karl IV. vor den Stadtbildern von Pisa und Algensheim,
erstellt von Charlotte Waterbeck, 1955; ein Geschenk des LK Bingen an die Stadt.
rechts: Erstes Plakat zum Fest des Jungen Weines in Gau-Algesheim,
erstellt von Charlotte Waterbeck, 1955.

In der großen Vitrine
oben : Wechselnde Motive der Weingläser zum Fest des jungen Weines
seit 1984 mit dem Namen der jeweiligen Traubenkönigin.
darunter: Koffer und Tagebuch der Hebamme Magdalena Ockstadt von 1899 bis 1915.
in der Mitte: Stadtratsprotokollbuch ab 1883; Gau-Algesheimer Casino-Gesellschaft, 1887. Stadtratsprotokollbuch ab 1948; Ehrenbuch der Stadt Gau-Algesheim ab 1955.
unten: Bronzeform des Siegels der Stadterhebungsurkunde (vgl. Darstellung 7). Steinerne Kanonenkugel aus dem dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Signalhorn des vormaligen Stadtwächters.

Bild über der Heizung: Nachzeichnung des Planes von Mascop durch Clemens Kissel, 1910.

In der Vitrine links : Gau-Algesheim zur Zeit der Mainzer Republik 1792/93.
rechts: Rudolf Eickemeyer als Maire 1811 bis 1813 und
als Bürgermeister 1815 bis 1821.

Im Glasrahmen Darstellung 10 : Dokumente über die Umgebung von Gau-Algesheim
Kopien von zwei Kupferstichen um 1700 :
- Kupferstich aus 1701 mit der „Hungarische Walfart“, in einem Plan nach Mascop.
- Kartierung zum Grenzstreit zwischen Kur-Mainz und Kur-Pfalz wegen eines Marksteines, „welchen die Ingelheimer den 7. Sep. 1699 einseitig gehoben“. - Erläuterung der Ahndung von Grenzverletzungen zur damaligen Zeit.

Im Glasrahmen Darstellung 11 : Der Marktplatz von Gau-Algesheim
Vier Abbildungen aus 1897, um 1916, vor 1956 und nach 1985.

Darstellung 12 : Modell der Altstadt auf der Grundlage des Mascop-Planes aus dem Jahr 1577, angefertigt im Maßstab 1 zu 300, im Winterhalbjahr 2006/07 von Dr. Michael Kemmer. Tisch gesponsert von Schreinermeister Gerhard Hattemer, Gau-Algesheim.

In der Vitrine : Lebensläufe der beiden Schüler des Astronomen Max Wolf mit Bezügen zu Gau-Algesheim: Heinrich Vogt und Franz Kaiser.

Darstellung 13 : Vitrine (mit zwei Schüben)
Oben : Erhalten gebliebene Zeugen der Wirkung von Avenarius-Carbolineum.
Mitte : Fabrik, Ursprungszeugnis, Patentschrift für den Holzanstrich Carbolineum und Warenschutzzeichen „Dendrin.“ für das Obstbaum-Carbolineum.
Unten: Warenschutzpatente für Carbolineum in den USA und in Japan sowie Werbe-Handzettel in spanischer Sprache.


Darstellung 14 : Lageplan der Stadt Gau-Algesheim von 1914 (Format 120 x 140 cm). Nach Einführung des elektrischen Lichts für Gau-Algesheim im Jahr 1909 (rote Linie). Beachtenswert sind die im Westen vorgesehenen möglichen Verlängerungen der Koserstraße und der Eleonorenstraße; heute, keine hundert Jahre später, wären wir froh, wenn dies so noch machbar wäre…, zumal die Koserstraße damals schon im Volksmund mit Neben-Namen „die breit Gass“ genannt wurde wegen der beidseitigen Parkmöglichkeit. Holzrahmen gesponsert von der Schreinerei Fleischmann, Gau-Algesheim.