Die St. Laurenzikirche auf dem Laurenziberg, dem früheren „Bergen“


Laurenzikirche im Januar 2002

Die St. Laurenzikirche auf dem Laurenziberg bei Gau-Algesheim zählt zu den ältesten Kirchen unserer Region. Im Zuge der iro-schottischen Festlandmissionen, die mit Columban (um 540-615) begann und sich mit dem Angelsachsen Winfried-Bonifatius (*um 675-754) fortsetzte, gründeten iro-schottische Missionare wahrscheinlich anstelle eines keltisch-römischen Heiligtums die Laurenzikirche in Bergen, das 767 erstmals als "ad montibus“ im Lorscher Codex Erwähnung findet. Rudolf von Bergen schenkt zu seinem Seelenheil in der Bergheimer Gemark einen Unfreien sowie seinen gesamten Besitz und einen Weinberg dem hl. Nazarius, dessen Gebeine in der Klosterkirche in Lorsch ruhen. Wahrscheinlich war es Erzbischof Bonifatius (um 672/75-754), der die Zentralpfarrei auf dem Laurenziberg einrichtete und mit Benediktinermönchen als Seelsorger besetzte.

Bonifatius war es auch, der den fränkischen Mainzer Bischof Gewilib absetzte, nachdem er Blutrache für seinen Vater und Vorgänger, Bischof Gerold, genommen hatte, der im Kampf Karlmanns, einem Sohn Karl Martells, wider die Sachsen gefallen war. Die fränkisch-merowingischen Bischöfe hatten sich immer mehr in Abhängigkeit von den Königen gebracht und waren zu einem Spielball der Macht- und Pfründevergabe an Verwandte und Getreue der merowingischen Herrscher geworden. So auch in Mainz. Bonifatius ließ Bischof Gewilib anläßlich einer Synode unter Vorsitz der beiden Hausmeier Karlmann und Pippin, 745, absetzen und teilte ihm zum Unterhalt aus dem Vermögen der Mainzer Kirche die Grundherrschaft Sponsheim und die Einkünfte der Mutterkirche in Bergen zu. (Schieffer, Theodor: Winfried Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas, Darmstadt 1980) Gewilib soll noch 14 Jahre gelebt, sich dabei zwar aller bischöflicher Privilegien enthalten, aber an Gründonnerstag in einigen Kirchen der Umgebung die Fußwaschung vollzogen haben. (Como, Franz Alois: Sponsheim im Wandel der Zeiten, Reidel, Gau-Algesheim, 1939). Wir dürfen deshalb davon ausgehen, daß der abgesetzte Bischof Gewilib in Bergen lebte und auch Bonifatius an diesem Ort und in der Laurenzikirche weilte. (Karlmann und Pippin waren Söhne des Karl Martell, Karl d. Gr. ein Sohn Pippins.)

Zu dieser Zeit bestand auch bereits eine Kirche in Gau-Algesheim, die dem hl, Martin geweiht war und anstelle der heutigen Pfarrkirche stand. Das Martinspatrozinium weist wie in Bingen oder Nierstein und bei vielen anderen rheinhessischen Kirchen auf eine sehr frühe fränkische Gründung im Bezirk ehemaliger Königshöfe hin. Die St. Martinskirchen zählen damit ebenfalls zu den ältesten Kirchengründungen in fränkisch-merowingischer Zeit. St. Martin war der fränkische Nationalheilige. Das Martinspatrozinium des Vorläuferbaus des Mainzer Doms geht ebenfalls auf das 6. Jhdt. zurück.

1307 wird erstmals die dem heiligen Laurentius geweihte Pfarrkirche in Bergen erwähnt. Zu dieser Zeit haben sich jedoch bereits die früheren Filialgemeinden der ehemaligen Zentralkirche bis auf Ober-Hilbersheim gelöst. Ober-Hilbersheim erbittet zu dieser Zeit bei dem Dekan und Kapitel von St. Maria im Felde bei Mainz um Anschaffung eines eigenen Meßbuches, um die Übernahme der Baulast des Kirchendachs, die Haltung eines Faselochsen, eines Ebers und eines Widders für das Vieh, was jedoch vom Dekan abgelehnt wird, da es sich um Privilegien der Mutterkirche in Bergen handele. Die übrigen Filialorte: Gau-Algesheim, Ockenheim, Dromersheim, Appenheim, Aspisheim, Nieder-Hilbersheim und Engelstadt werden zu diesem Zeitpunkt nicht mehr besonders erwähnt und bereits selbständige Pfarreien gewesen sein. Für Gau-Algesheim wird 1316 erstmals ein Pfarrer, „Pleban“ genannt, erwähnt. „Pleban“ ist der „Landpfarrer“ und der „Pastor“ der Pfarrer mit fester Residenzpflicht“. Wahrscheinlich erhob Erzbischof Willigis die Pfarrei Gau-Algesheim um 1000 zur selbständigen Pfarrei.

1332 haben sich die Filialverhältnisse zwischen Bergen und Ober-Hilbersheim gewandelt. Von jetzt an wird der Pfarrer von Ober-Hilbersheim beauftragt zweimal wöchentlich die hl. Messe in Bergen zu lesen. Das handgeschriebene, wertvolle Missale wurde demnach von Bergen in die Kirche nach Ober-Hilbersheim übertragen.

1488 erteilt Erzbischof Berthold von Henneberg einen Ablaß von 40 Tagen allen Gläubigen, die reumütig ihre Sünden beichten und die Kirche des hl. Laurentius in Bergen besuchen. Den Klerikern und Einwohnern von Gau-Algesheim, Appenheim, Nieder- und Ober-Hilbersheim, Aspisheim, Dromersheim und Ockenheim wird Erlaubnis erteilt, jährlich eine Wallfahrt zur Kirche des hl. Laurentius mit dem Allerheiligsten abzuhalten.

In den folgenden Jahrhunderten tritt die Geschichte der Laurenzikirche in Bergen in den Hintergrund. Am Ostermontag, am 2. Tag in der Bittwoche und am Patronatstag ziehen die Prozessionen aus den ehemaligen Filialkirchen auf den Berg  zur alten Mutterkirche, wo Gottesdienst gefeiert wird. Am Patronatstag, dem Fest des hl. Laurentius, am 10. August, wird das Allerheiligste mitgeführt. 1618 ziehen die Algesheimer am Ostermontag und am St. Lorenzitag in Prozession nach Bergen, in der Kreuzwoche geht man von Algesheim im Tausch nach Ockenheim.

Im 30jährigen Krieg wurde die Laurenzikirche mit den übrigen Berger Höfen zerstört. 1630 enden die Eintragungen im Berger Gerichtsbuch, die erst 1657 fortgeführt werden. 10 Jahre lag der Weiler öde und verwaist. Die wenigen überlebenden Einwohner hatten sich hinter die schützenden Stadtmauern von Gau-Algesheim geflüchtet.

Nach 1648 wurde neben der Ruine der alten Zentralkirche anstelle des späteren Küsterhauses eine kleine Kapelle errichtet, die den heiligen Laurentius, Sebastianus und Rochus, die beiden letzteren werden auch als „Pestheilge“ verehrt, geweiht war. Die große Pest von 1666 und eine einige Jahre später, 1670, ausgebrochene Viehseuche führten zur Wiederbelebung der Wallfahrt am Patronatsfest, dem 10. August, in Verbindung mit einer Tiersegnung, wobei den Pferden als wichtigem Haustier und Helfer des Menschen besondere Bedeutung zukam. Bis 1690 wurden auch die kurfürstlichen Rösser von Mainz zur Pferdesegnung auf den Laurenziberg geführt. Wegen der unruhigen Kriegszeiten, 1690 tobte gerade der Pfälzische Erbfolgekrieg, und der immer wieder in das linksrheinische Gebiet erfolgenden Übergriffe französischer Truppen, wurde die Segnung der kurfürstlichen Pferde nach Gonsenheim verlegt. Das älteste Zeugnis für die Pest-Wallfahrt ist ein Meßkelch, der 1666 von Johannes Kraus, wahrscheinlich einem kurfürstlichen Beamten in Gau-Algesheim, gestiftet wurde. Er trägt die Inschrift :

„Hic calix oblatus est ut eo celeb(ratur) i(n) f(idem) S. Laurenti 1666“ –

„Dieser Kelch wurde gestiftet, damit man durch ihn zur Ehre des hl. Laurentius zelebriere“.

1704 wurde auf den alten Fundamenten der iro-schottischen Laurenzikirche mit dem Wiederaufbau der heutigen Kirche begonnen. Sie entsprach, wie Grabungen 1979 ergaben, den Grundmaßen der alten Zentralkirche und war am 14. September 1730, dem Fest Kreuzerhöhung, durch den Mainzer Weihbischof Caspar Adolph Schernauer feierlich unter Assistenz des Gau-Algesheimer Pfarrers Johann Clemens sowie der Pfarrer der umliegenden Gemeinden geweiht worden. Inzwischen hatte sich ein festes Filialverhältnis zur Gau-Algesheimer Pfarrkirche herausgebildet. Bei den im 18. Jahrhundert aufblühenden Wallfahrten halfen Kapuzinerpatres aus Bingen sowie Franziskaner- und Karmelitermönche aus Kreuznach bei der Seelsorge und Betreuung der Wallfahrer aus. Sie übernachteten im sogenannten Glöcknerhaus neben der Kirche, das 1968 niedergelegt wurde. Nach dem feierlichen Hochamt wurde von den drei Pfarrern aus Gau-Algesheim, Ockenheim und Dromersheim mit den in den Prozesionen mitgeführten Monstranzen gleichzeitig der sakramentale Segen über die Wallfahrer erteilt. Die Wallfahrer kamen wie auch heute noch aus Rheinhessen, dem Rheingau, dem Naheraum und dem Hunsrück bis nach Spabrücken. Zu diesem Ort entwickelte sich eine besondere Tradition. Die Spabrücker kamen in alter Treue Jahr für Jahr meist schon am Vorabend und übernachteten in der Kirche. Infolge der Reformation waren die früher zur Mutterkirche gehörenden Gemeinden und jetzt kurpfälzischen Dörfer Appenheim, Nieder- u. Ober-Hilbersheim, Aspisheim und Engelstadt der Wallfahrt fern geblieben.

1719 erwähnt der Gau-Algesheimer Pfarrer Johann Georg Clemens in seinem Visitationsbericht an das Erzbischöfliche Generalvikariat Unstimmigkeiten mit der Nachbargemeinde Ockenheim, weil der dortige Kaplan Blasius Caesar eigenmächtig pastorale Handlungen in der Laurenzikapelle vornehmen wollte. Hierauf kam es auf dem benachbarten Jakobsberg zur Erbauung einer eigenen 14 Nothelferkapelle und zur Gründung der Nothelferwallfahrt. Zum Laurenzifest kommen die Gau-Algesheimer, Ockenheimer und Dromersheimer mit dem Allerheiligsten. Die drei Pfarrer halten jährlich abwechselnd das Hochamt. Der Algesheimer Pfarrer hält die 1. und 2. Vesper. Nach dem dreifachen Singen der Allerheiligen-Litanei spenden die drei Pfarrer jeder mit seiner Monstranz den Segen. Danach ziehen die Prozessionen zurück in ihre Heimatkirchen. Es wohnen auf dem Laurenziberg 43 Seelen, Algesheim hat 904 Seelen.

Im gleichen Jahr erhielt der Franziskanerpater Fortunatus Dohlen nach vielen Bitten eine etwa 4 Quadratmilimeter große Reliquie aus dem Grab des hl. Laurentius in Rom, die der Kirche 1739 nach Anfertigung einer Reliquienmontranz ausgehändigt wurde.

Ab 1750 wurde der Ortsname „Bergen“ unter kurmainzischen Einfluß immer mehr durch die Ortsbezeichnung „Lorenziberg“ oder „Laurenziberg“ in Anlehnung an das Kirchenpatrozinium verdrängt, obwohl der Ort politisch nie zu Kurmainz, sondern zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken gehörte hatte.

In der Zeit der Aufklärung vor der französischen Revolution wurde die Laurenziwallfahrt, die bisher immer auf den Gedenktag des Heiligen gehalten wurde, auf den Sonntag verlegt, der dem 10. August am nächsten liegt. So wird es auch heute noch praktiziert. Die alljährlich stattfindende Pferdesegnung ist die einzige nördlich des Mains. Wahrscheinlich geht sie schon auf die vorchristliche Zeit zurück. Ich erwähnte zu Beginn anstelle der Laurenzikirche ein keltisch-römisches Heiligtum, welches vielleicht der keltischen Schutzgöttin der Pferde: „Epona“, was soviel wie „Herrin der Pferde“ bedeutet, gewidmet war.

Nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen, 1792, litt die Laurenzikirche besonders schwer. Sie diente als Unterkunft für die Soldaten. 1795 wurde ihr Inventar im kalten Winter verheizt. In der französischen Zeit, während dem das linke Rheinufer zu Frankreich gehörte, trachteten verschiedene Anlieger, aber auch die politische Gemeinde Gau-Algesheim nach dem Kirchenbesitz, welcher damals 11 Morgen Land und einen ansehnlichen Kirchenfond umfaßte. Hierbei tat sich besonders unangenehm ein Gutsbesitzer namens Paravey hervor. Aus der Kirche wollte er eine Scheune machen oder sie abreißen. Der Gau-Algesheimer Pfarrer Jakob Göbel kämpfte ohne jede Unterstützung seitens der weltlichen Gemeinde gemeinsam mit dem Mainzer Bischof Ludwig Colmar verbissen um den Erhalt von Kirche und Wallfahrt und konnte sich zuletzt doch noch durchsetzen und das Gotteshaus retten.

1807 erhielt die ihres Inventars beraubte Laurenzikirche als Hochaltar den 1656 von dem Mainzer Domscholaster und späteren Erzbischof Karl Heinrich von Metternich für die Grabkapelle seiner Familie, in der Lambertikapelle im Mainzer Dom, gestifteten Altar mit dem Wappen der Familie Metternich-Beilstein-Winneburg (Metternich 3 schwarze Pilgermuscheln im Herzschild auf silbernem Grund), (Beilstein- 3-5 goldene Kreuze) und (Winneburg 3 silberne Hörner). Die Figur des hl. Laurentius im Altar ist eine Schenkung des Bischofs Wilhelm Emanuel Freiherr von Ketteler. Eine barocke Statue des Heiligen wird aus der Pfarrkirche, mit frühen Trauben geschmückt, eigens bei der Laurenziwallfahrt auf den Berg getragen. Früher wurde auch die Statue des hl. Sebastian aus der Pfarrkirche mit getragen.

Als 1868 die Mainzer Christophkirche neugotisch umgestaltet wurde, konnten die beiden Seitenaltäre von dort erworben werden. Der rechte Seitenaltar, dem hl. Kreuz geweiht, enthielt 1792-1868 ein berühmtes, heute in der St. Quintinskirche aufbewahrtes gotisches Kreuz, das sogenannte „Schelkropper“-Kreuz, welches 1383 von einem betrunkenen Mann Namens Schelkropp geschändet worden war, worauf sich ein Wunder ereignete.

Der linke Seitenaltar ist der Muttergottes geweiht und stammt ebenfalls aus der St. Christophskirche in Mainz. In jüngster Zeit wurden die Altäre, die vorher nur grob gestrichen waren, in ihrer ursprünglichen Schönheit von der Fa. Rohr, Gau-Weinheim, restauriert und in ihrer alten barocken Pracht wiederhergestellt.

1905 wurde die Kirche durch den Mainzer Architekten Greifzu „gotisiert“ und erhielt ein Rigipsgewölbe, welches 1978 wegen Einsturzgefahr infolge Setzungen der Kirche wieder entfernt wurde. Die Westfassade entstand ebenfalls 1905 mit einer Empore im Innern, der Dachreiter wurde neu gestaltet, ebenso der Treppenturm mit der Außenkanzel.

Besonders bemerkenswert sind die farbigen Fenster aus dieser Zeit mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Laurentius u. a. gestiftet vom damaligen Bischof von Mainz und vormaligen Gau-Algesheimer Pfarrer, Georg Heinrich Kirstein, dem damaligen Pfarrer Dekan Joseph Hensel sowie Laurenziberger, Dromersheimer und Gau-Algesheimer Familien. 1931 wurde unter Pfarrer, Dekan Joseph Rudolf der Außenaltar errichtet.

Ein besonderes Verdienst um die Erhaltung der Laurenzikirche hat sich die Chorgemeinschaft Cäcilia-Sängerlust, Gau-Algesheim, mit der Außenrenovierung der Kirche, 1989, erworben. Unentgeldlich haben die Männer und Frauen des Chores, letztere sorgten für das leibliche Wohl ihrer Männer bei den Arbeiten, mit Unterstützung verschiedener Gruppierungen und Privatleuten in über 2.000 Arbeitsstunden die Außenmauern neu verputzt, gestrichen und die Außenanlagen unmittelbar um die Kirche gestaltet. Sicher nicht ohne die unermüdlichen Bemühungen und Aufmunterungen der Pfarrer Jakob Stumpf und Dr. Ludwig Hellriegel um den weiteren Erhalt der Kirche zu sichern. Lediglich das Material mußte von der Kirchengemeinde bezahlt werden. Seit dieser Zeit kümmert sich die Chorgemeinschaft um den inneren und äußeren Erhalt der Kirche. Alljährlich ist es zur Tradition geworden, daß die Chorgemeinschaft die musikalische Gestaltung des feierlichen Eröffnungsgottesdienstes am 1. Mai anläßlich der Wallfahrtssaison und damit verbunden, die anschließende Bewirtung der Gottesdienstbesucher übernimmt. Wegen der fehlenden Heizungsanlage können nur in der wärmeren Jahreszeit Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. Außerdem ist sie eine beliebte „Hochzeitskirche“.

Seit dem 1. Mai 1990 steht auch wieder eine Orgel in der Kirche, die 1932 in der Werkstatt des Gau-Algesheimer Orgelbauers Michael Körfer gebaut worden war und lange Jahre in der Pfarrkirche St. Georg in Rüsselsheim ihre Dienste tat.

Im Jahre 1986 richtete Pfarrer Dr. Hellriegel in Anlehnung an das Martyrium des Kirchenpatrons eine Gedenkstätte für die Märtyrer und Opfer der Verfolgungszeit von 1933-1945 in der Laurenzikirche ein. Hier wird besonders der aus der Diözese Mainz stammenden Märtyrer gedacht. Ihre Bilder mit erklärenden Texten sind im hinteren Teil der Kirche und auf der Empore angebracht. Hierbei wird auch stellvertretend für die vielen unschuldigen Opfer unter den Behinderten in der Nazizeit dem Schicksal der früher im Küsterhaus vor der Kirche wohnenden Familie Möbius und dem an ihr ergangenen Unrecht erinnert. Es ist ein Verdienst von Pfarrer Hellriegel, der 18 Jahre lang von 1979 bis 1997 segensreich in der Pfarrei St. Cosmas und Damian gewirkt hat, das Schicksal der Opfer der Tyrannei und Barbarei dem Vergessen entrissen zu haben.

Manfred Wantzen

Quellen:     Carl Johann Brilmayer: „Geschichte der Stadt Gau-Algesheim“ 1883
                 Anton Ph. Brück „600 Jahre Stadt Gau-Algesheim“ – „Aus der Geschichte der Pfarrei Gau-Algesheim“ 1955
                 Ludwig Hellriegel u. a. „Der Laurenziberg“   Band 36 der Carl-Brilmayer-Gesellschaft 1994

mehr Bilder