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Grußwort zum Jahreswechsel 2018/19

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie das Jahr 2018 vor Ihrem geistigen Auge Revue passieren lassen? Wahrscheinlich ein Reigen aus – hoffentlich vielen – fröhlichen und wohl auch leidvollen Ereignissen aus Privatem und Öffentlichem. Das reicht von der Geburt eines Kindes im Familienkreis bis zum Abschied von einem geliebten Menschen.


Mir ist bei der Vorbereitung des Jahresrückblicks jemand in den Blick geraten, der spektakulär abgenommen hat. Und zwar, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, mein Abreißkalender. Mittlerweile ist er ganz dünn. Ein untrügliches Zeichen für ein zu Ende gehendes Jahr. Wie von Zauberhand sind nur noch ein paar Blätter vorhanden. Dabei schien es mir erst gestern zu sein, dass ich nur mit Mühe den 1. Januar von der restlichen großen Masse der Folgeblätter abreißen konnte. Geht Ihnen das auch so? Kaum hat man seinen Bleistift von der rechten Schreibtischseite auf die linke bewegt, schon ist wieder ein Jahr herum.

Wobei das scheinbar viel zu rasante Vergehen der Zeit für die Betroffenen positiv ist. Warum? Weil ganz offensichtlich die Tage, Wochen und Monate dieser Menschen wohlgefüllt waren mit prallem Leben. Schöne Momente und langweilige, Pflichttermine und freudige Anlässe, Überraschendes und verlässlich alljährlich Wiederkehrendes – all das nahm Zeit in Anspruch, ließ keinen Raum für Langeweile. Mag sein, dass es hier und da ein Tick zu viel war und kaum noch Luft zum Durchschnaufen blieb.

Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist – das ist gut so. Wäre ein Jahresablauf nicht furchtbar, hätte man überhaupt keine Termine mehr? Würde man überhaupt nicht erwartet, gebraucht, gefordert? Das geht eine gewisse Zeit lang gut – und nennt sich Erholung oder Urlaub. Aber dann, wenn das immer so weiterginge, ja dann kämen Langeweile, Frust und depressive Gefühle.

Solch einen prall gefüllten Kalender hatte auch Gau-Algesheim. Als besondere Höhepunkte möchte ich die neue Neugasse und die neuen Stationen des Natur- und Kulturraumes Laurenziberg, die Wegeausbauarbeiten unseres Friedhofes und die WC Anlage auf dem Festplatz Bleiche in Erinnerung rufen.

Ganz besonders unser traditionelles Fest des jungen Weines im Oktober haben alle Bürgerinnen und Bürger fröhlich zusammen gefeiert.
Schon jetzt weise ich Sie darauf hin, dass wir im nächsten Jahr einem Großereignis entgegenfiebern nämlich der Kommunal- und Europawahl. Viele fleißige Hände sind dabei wieder ehrenamtlich tätig und dafür bedanke ich mich jetzt schon sehr.

Wer sich einbringen möchte, ist herzlich willkommen.
Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass die vielen Handwerksbetriebe und mittelständischen Unternehmen im abgelaufenen Jahr in Gau-Algesheim und der Umgebung volle Auftragsbücher verzeichnen konnten. Das wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus. In manchen Branchen müssen Firmen inzwischen intensiv suchen, um offene Stellen besetzen zu können.

Sehr erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Personengruppe der Flüchtlinge und Asylbewerber von der positiven Situation auf dem Arbeitsmarkt profitiert. Viele sprechen inzwischen gut Deutsch und gehen einer geregelten Tätigkeit nach. Die Bundesagentur für Arbeit meldet erstaunliche Zahlen. 216.000 Flüchtlinge aus den wichtigsten acht Herkunftsstaaten gehen in Deutschland inzwischen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Das sind Syrer, Iraker, Iraner, Afghanen, Pakistaner, Somalier, Eritreer und Nigerianer. Und dabei sind die geringfügig Beschäftigten noch nicht einmal mitgezählt. Den Berufseinstieg haben sie binnen kurzer Zeit geschafft.
Jeder Vierte, der seit 2015 aus Kriegs- und Krisenländern nach Deutschland gekommen ist und sich im erwerbsfähigen Alter befindet, arbeitet inzwischen. Das haben sich diese Menschen mit ihrem Fleiß und ihrer Lernbereitschaft erarbeitet. Doch ohne die Hilfe vieler engagierter Mitmenschen hätten sie das nicht so schnell schaffen können. In der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim kümmern sich Freiwillige im Dienst unterschiedlicher Organisationen und Institutionen um die Integration von Flüchtlingen. Danke an sie alle. Sie stehen für Eigenschaften wie Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt, die Gau-Algesheim so lebens- und liebenswert machen.
Auch wenn politisch entsprechend interessierte Kräfte uns einreden wollen, um die Sicherheitslage in Deutschland stünde es schlecht, gehört dies ganz eindeutig in den Bereich der „Fake News“. Im Gegenteil: Die Zahl der Verbrechen ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. Das belegen amtliche Polizeistatistiken genauso wie zahlreiche Forschungsergebnisse von Kriminologen. Insbesondere in westdeutschen Ballungsräumen registrierte die Polizei zwischen 2011 und 2017 eine deutliche Reduzierung der Straftaten.

Vielleicht kommen die folgenden Fakten überraschend für Sie, doch besonders deutlich ist der Rückgang an Straftaten dort, wo viele Migranten leben: Stuttgart minus 8 Prozent, Hamburg minus 13, Köln minus 15 und Gelsenkirchen minus 16. Populisten missbrauchen emotionale Einzelfälle und stellen tragische Ausnahmen als die Normalität dar. Lassen Sie sich also keine Angst einjagen.
Damit unsere Gesellschaft weiter demokratisch und offen bleibt, müssen wir, die politisch Verantwortlichen, noch stärker als bisher verständlich und transparent handeln, Sorgen unserer Mitbürger ernst nehmen und Probleme angehen. Das gilt für die Regierung in Berlin genauso wie für uns hier auf der Ebene von Stadtrat und den Ausschüssen.
Und ich wünsche mir, dass das Zusammenleben in unserer Stadt, dass unsere Ratssitzungen und Ausschuss Sitzungen auch im kommenden Jahr von Fairness und gegenseitigem Respekt geprägt sind.
Die Resultate der guten Zusammenarbeit auf allen politischen Ebenen können sich sehen lassen. Die Bilanz für das Jahr 2018 fällt gut aus. Gemeinsam haben wir zahlreiche Projekte realisiert. Denken Sie an die Neugasse, die neuen Stationen im Natur- und Kuturraum Laurenziberg. Die Einweihung vom Spielplatz an Stadtmauer und Graulturm und die Einweihung der Bischofsmaiser Strasse die noch gar nicht so lange zurückliegt. Das alles sind Entwicklungen, die Gau-Algesheim für die Zukunft stark machen. Gau-Algesheim ist als Wohnort und als Arbeitsstätte noch attraktiver geworden. Das belegen auch die steigenden Einwohnerzahlen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir sind auf einem guten Weg. Und diesen Weg werden wir im kommenden Jahr fortsetzen. Ein besonderes Augenmerk werde ich zusammen mit dem Stadtrat insbesondere darauf haben, dass wir auch den Bürgerinnen und Bürgern von Gau-Algesheim die bislang nicht vom Aufschwung profitiert oder mit Schwierigkeiten welcher Art auch immer zu kämpfen haben, neue Wege in eine erfolgreiche persönliche Zukunft ebnen.

Im nächsten Jahr werden wir deshalb die Hände nicht in den Schoß legen. Eine ehrgeizige Projektliste wartet auf alle Verantwortlichen. Auf der Liste ganz oben stehen Ausbau und Verbesserung der kommunalen Infrastruktur auf den Gebieten Kommunikation und Verkehr. Verstärken wollen wir unsere Angebote für die jüngsten und die ältesten Einwohner von Gau-Algesheim zum Beispiel durch die Errichtung von den beiden Kitas und den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit im städtischen/kommunalen Raum und das Projekt Wohnen im Steinert.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, eine der wichtigsten Säulen unserer Stadt sind Sie. Und zwar in Form Ihrer Bürgerbeteiligung und Ihres Bürgerengagements. Ich bin stolz darauf, Bürgermeister in einer Stadt zu sein, in der sich so viele Bürgerinnen und Bürger für ihre Mitmenschen oder das Gemeinwohl engagieren. Sie leisten Nachbarschaftshilfe und kümmern sich um Bedürftige, sie sorgen für ein lebendiges Vereinsleben oder machen sich für die Umwelt stark, sie gehen zur freiwilligen Feuerwehr oder zu einer Hilfsorganisation. Und ich weiß es sehr zu schätzen, dass sich viele Unternehmen in die Stadt einbringen und zuverlässig kulturelle und sportliche Events sponsern.
„Blick zurück im Zorn“ heißt das Erstlingswerk des britischen Dramatikers John Osborne. Ich bin sehr dankbar, dass wir hier in Gau-Algesheim allen Grund dazu haben, nicht im Zorn, sondern in Dankbarkeit und Freude auf das abgelaufene Jahr zurückzublicken. Schaut man sich in der Welt um, ist das alles andere als selbstverständlich. Dass wir so gut dastehen, verdankt Gau-Algesheim nicht zuletzt Ihrem Einsatz, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Viele von Ihnen setzen sich für Ihre nächste Umgebung, für Ihre Vereine und Organisationen ein. Sie alle zusammen bewirken für unsere Stadt ein positives Miteinander. Respekt und gegenseitige Wertschätzung prägen den Umgang miteinander. Herzlichen Dank und bleiben Sie weiter so aktiv. Es ist mit Ihr Verdienst, dass ich mir beim Blick in die Zukunft unserer Heimatstadt keine Sorgen mache.
Ich scheide am 31.8.2019 und mit großer Dankbarkeit aus dem Amt.
Es waren wunderschöne erfüllte Jahre, die ich nicht missen möchte.
Gleichzeitig war es für mich eine Freude und Ehre gemeinsam mit Ihnen 15 Jahre lang Ihr Bürgermeister gewesen zu sein.
Ich danke Ihnen von Herzen und bitte die um Vergebung denen ich weh getan habe.

Danken möchte ich zum Jahresende auch allen Bürgerinnen und Bürgern von Gau-algesheim die als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oder als Soldatinnen und Soldaten im Ausland Dienst tun. Der Einsatz unter harten Bedingungen, traumatisierende Erlebnisse – all das lastet schwer auf Ihren Schultern. Gerade an hohen Feiertagen sind unsere Gedanken bei allen, die fern der Heimat wichtige Aufgaben erfüllen, bei Ihnen und Ihren Angehörigen. Kommen Sie gesund und wohlbehalten zurück!

Genießen Sie die anstehenden Feiertage im Kreise Ihrer Lieben. Erheben Sie gelegentlich das Glas auf all diejenigen, die darauf verzichten müssen und sich beruflich oder ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Die Einsatzkräfte der Polizei sorgen für Sicherheit. Krankenschwestern und Pfleger kümmern sich gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten um unser gesundheitliches Wohl. Die Teams von Feuerwehr und Rettungsdienst sind für uns da, wenn es brenzlig wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe bringen uns sicher von A nach B. Nicht vergessen will ich an dieser Stelle die Zustellerinnen und Zusteller von Post und Tageszeitung sowie die Medienvertreter, die uns mit aktuellen Informationen auf dem Laufenden halten. Ihnen allen gebührt unser Respekt und unsere Wertschätzung.
Danke, dass Sie für uns da sind!

Der deutsch-amerikanische Physiker Albert Einstein (1879 bis 1955) hat gesagt: „Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.“ In diesem Sinne, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, hoffe ich, dass Sie auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken können. Für das kommende Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute. Möge es so verlaufen, wie Sie sich das erhoffen.
Gott segne Sie und unser Gau-Algesheim.

Herzlichst
Ihr
Dieter Faust
Stadtbürgermeister
Jahreswechsel 2018/ 2019

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